Warum  ausgerechnet Ischl??
Margit Feyerer - Fleischanderl

Ein Erklärungsversuch

 

Mit diesem Schreiben hat alles angefangen. Ein Ausstellungstermin im Salzkammergut.
Gut, aber was? Und wie? Und warum? Ich allein? Wenn nein, mit wem?
Allein ein Ziel verfolgen klingt zwar heroisch, birgt aber die Gefahr, in bewährten Mustern hängen zu bleiben. Teamarbeit birgt mehr Reflexionsmöglichkeiten und der Horizont erweitert sich, wenn andere Medien ins Spiel kommen. Natürlich kann das auch ziemlich daneben gehen.
Aber: No risk, no fun!

Will Norbert mitmachen?   
Er ziert sich etwas, wenig Zeit und so, wir finden aber einen Termin für einen Lokalaugenschein.

 

Donnerstag, 12. Juli 2007 – Fahrt ins Salzkammergut.
Mein Ziel ist Goisern. Ein Irrtum, wie sich später herausstellen sollte.
Eine Fahrt ohne besondere Vorkommnisse. Kein Stau auf der Autobahn, ein Leberkässemmerl in Altmünster. Es ist kühl, der Himmel zeigt sich stark bewölkt, wir werden etwas später als geplant eintreffen.
Ankunft in Goisern.
Wo ist die Galerie? Keiner kennt sie. Die Landesmusikschule? Der Herr Loidl? Der Herr Loidl wohnt in Goisern, aber die Landesmusikschule … ist die nicht in Ischl? Wenn die Musikschule in Ischl ist, dann ist die Galerie mit dem Herrn Loidl auch in Ischl und der Termin, den wir schon in Goisern knapp geschafft hätten, ist auch in Ischl, aber wir sind in Goisern.
Eine Begleitperson hat gleich gewusst, dass wir nach Ischl müssen. Ich fühle mich gestresst. Wir eilen nach Ischl, finden das Zielobjekt fast auf Anhieb. Herr Loidl ist auch noch da, aber fast schon weg. Kinder sind da, ein paar erschöpfte Erwachsene, Garderobenständer, Papier und Malutensilien, Farbreste, veratmete Luft … das ist die Galerie? Die Leute verschwinden, der Schulwart und wir bleiben. Ob ich mit dem Dirigenten Fleischanderl verwandt bin?
Fotografieren, sondieren… was ist das hier? Eine Säulenhalle mit Steinboden, zugleich Eingangsbereich, Aula und … Galerie. Die Säulen sind schon schön. Der Raum eigentlich auch. Aber meine kleinen Herrschaften inmitten tobender Musikschüler, von Instrumentenkästen bedroht??
Noch ein Raum. Groß, mit vielen Vorhängen, Parkettboden – sicher schwingend, Gift für meine Figuren! An den Wänden Platz für Fotos – aber kein Platz für kleine Leute.
Ratlosigkeit.
Das Gebäude selber? Kaisergelb, aber der Park ist schön und die Kaiservilla ist ganz in der Nähe!
Heimfahrt mit Wirtshaussuche. Sondieren macht hungrig und regnen tut’s auch.
Alles zu. Vorsaison? Wenn offen, leider keine Küche, leider zu spät oder zu früh, Nachmittag eben. Schließlich Pizza mit Seeblick, zu fett, aber das Bier ist gut.
Zurück nach Linz.

 

Sommerpause

Oktober 2007, man sollte was tun wegen Ischl. Reden erscheint sinnvoll.


Montag, 1. Oktober 2007 - ein Gesprächstermin bei Norbert im Büro, der Viel- beschäftigte muss leider ständig telefonieren weil arg im Stress. Nächster Versuch am


Sonntag, 7. Oktober – Termin im Solaris. Ischl rückt näher. Ich versuche, meine diversen Ischlgedanken in Worte zu fassen, schildere eifrig, wie die Ausstellung nach bewährtem Muster aussehen könnte…
Norbert ist dagegen. Wir sollten auf Ischl reagieren, nicht nur auf einen isolierten Ausstellungsraum, der sich zufällig dort befindet. Bezüge herstellen, schauen, was dort hinten im Salzkammergut los ist, was Ischl mit uns macht, was wir letztendlich mit Ischl machen.
Ein neuer Zugang für mich.
Daraus folgt:

 

Freitag, 19. und Samstag 20. Oktober 2007 - Expedition nach Ischl
Die Anreise:
In Linz herrscht Kaiserwetter.
Wir fahren mit dem Zug, weil Norbert gern Zug fährt.
Ich fahre selten Zug, habe noch nie diese neuartigen Fahrscheinautomaten betätigt, ziehe es vor, die freundliche Schalterbeamtin zu konsultieren.
Viele Schüler im Zug.
Regen ab Wels.
Umsteigen in Attnang.
Norbert hat einige Fakten über Ischl recherchiert. Die braucht man, wenn man wo neu hinkommt, findet er. Ich lese, später wird sich herausstellen, dass ich mir nicht viel gemerkt habe.
Wir erreichen das Salzkammergut. Norbert fotografiert die Seen, Schilder, den Papst, Gmunden, …. es wird immer unwirtlicher draußen, dann sind wir da.

 

Die Ankunft:  
Graupeln in Ischl.
Der Bahnhofsvorstand im Lodenumhang. Wir sind nicht die einzigen Neuankömmlinge. Eine (japanische?) Reisegruppe sucht Schutz in der Bahnhofshalle. Kein Wunder, denn es ist kalt in Ischl. Keine Spur von Kaiserwetter!
Vor dem Bahnhof eine Großbaustelle. Eine U-Bahn für Ischl?
Irgendwo an einer Wand, dunkel und schemenhaft der erste Hirsch.
Ein motorisierter Postler in Schutzkleidung (Moped).
Graupeln und nasse Blätter auf dem Kunstrasen des provisorischen Fußweges.
Wo ist der Markt, der eigentliche Grund unserer frühen freitäglichen Anreise, das einzige lebensnahe Ereignis der Woche, am Freitag von 7 Uhr früh bis ca. 11 Uhr Vormittag, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren konnten. Danach herrscht bis nächsten Freitag tote Hose! Also, wo ist er? Ein Passant muss nach dem Weg gefragt werden.
Vorbei an weiteren Baustellen, einer verhüllten Trinkhalle und an Passanten, die wie wir dem Wetter trotzen, gehen wir hinunter zum Fluss. Zur Traun, genau genommen.

 

Das lebendige Ischl:
Standln mit Vordächern unter denen sich Kaufwillige in Filzhüten drängen, schmackhaft beleuchtetes Verkaufspersonal hinter Fleischwaren, ebenso appetitlich in warmes Licht getaucht, da muss jetzt ein Leberkässemmerl sein - ist leider lauwarm aber sonst wirklich gut, ist eben zu schnell ausgekühlt bei dem Sauwetter und ich hab wahrscheinlich zu lang gewartet mit dem herzhaften Zubeißen. Sehr zarte, sehr aristokratisch blasse Hendln, denen auch das wärmste Licht das Noble nicht wegleuchten kann. Schneeregen, Freundlichkeiten, Einkaufssackerl. Sitzt da hinten eine bettelnde Frau? Grünes Loden, Pelerinen und ab und zu ein Gamsbart. Viele Standln, viel wird hier angeboten, nicht nur Fleisch, auch Schnäpse, Käse und Honig und weiter unten gibt’s wahrscheinlich auch warme Textilien und Kräutertees und was weiß denn ich noch alles.
Langsam kriecht die Kälte in die Knochen. Wir suchen mit Freund Florian samt Kleinkind ein Cafe auf. Dort ist es warm.

 

Das Hotel:
Sandwirt heißt es.
Etwas rustikal, gleich beim Eingang ein Schwarzer Hirschkopf (Holz?) an der Wand neben der Garderobe, Vogelkäfige hinter der schmalen Rezeption, Prospekte. Die Zimmer sind wie erschwingliche Zimmer eben sind.
Rückzug, kurz ausrasten, Eindrücke notieren.
Was wird das wohl werden mit Ischl?
Ankommen, hinschauen, Sensoren ausfahren.
In diesem Zimmer schlafe ich heute.
Biografien? Familiengeschichten?
IschlerInnen in den Fußstapfen der LINZERINNEN?
ZaunerInnen, ehrwürdig von der Wand blickend?

 

Erkundungsgang:
Ausgeruht, aufgewärmt, mit leichtem Gepäck und offen für Ischl machen wir uns auf den Weg. Norberts Hunger lässt uns ein konkretes Ziel finden: einen empfohlenen Würstelstand am Stadtpark, der leicht zu finden aber leider geschlossen ist. Die Alternative ist das Bahnhofsrestaurant. Muss auch gut sein, weil’s auch vom empfohlenen Würstlstandwirt betrieben wird. Also, zurück zum Bahnhof.
Kleines Gulasch, Seidel Bier und ein Espresso – mit Cremehäubchen!
Was jetzt? Touristeninformation! Die ist gleich am Rande der großen Baugrube vor dem Bahnhof. Was tun in Ischl? Ein junger Mann gibt Auskunft, weiß auch, wo die Moschee ist, wir entscheiden uns allerdings für die Talstation der Katrinseilbahn, weil als irgendwie schräg empfohlen. Ein Nachmittagsspaziergang in Ischl und kurz zeigt sich sogar die Sonne! Der Traun entlang, vorbei an der Pferderennbahn wo sich im Winter die gesammelten Schneemassen türmen, weiß Norbert. Er war schon einmal da und kennt das Salzkammergut!
Es graupelt wieder. Tennisplatz, Rehazentrum, Tourismusschule, alles Grau, Talstation. Der Charme dieses Ortes ist sehr diskret, mir bleibt er verborgen.
Rückweg. Nächste Station Stadtmuseum.
Zwei freundliche Damen, Trachten, Brauchtum, Volkskultur auf mehreren Etagen, Ischl im Wandel der Zeit, einst und jetzt und der Kaiser natürlich. Hat die Nazizeit in Ischl nicht stattgefunden?
Die Reisetrophäen des Herrn Sarsteiner. Zwei Räume für die Ostasiensammlung. Es gab und gibt ja auch noch die weite Welt. Ein gutes Gefühl!
Jetzt auf ein Törtchen zum Zauner. Viel Rosa hier und eine artige Türsteherin gibt es auch.


Zimmerstunde.
Der Tag war lang.

 

Nachtleben:
Schnee auf den Sonnenliegen, der Winter ist da.
Wieder Beislsuche – Norbert hat Hunger.
Da war doch noch eine Empfehlung - die hat offen und ist auch gut besucht.
Ein Sommersalat für mich!
Jetzt aber ab ins Nachtleben. Das ist im K&K Hofbeisl, Jung und Alt trifft sich nämlich dort. Ich will ins Hotel, zu Fuß im Schneegestöber. Irgendwie fehlt mir der Plan aber es gibt ja auch Taxis in Ischl.

 

Tag II:  
Frühstück, Zeitung, fast wie im wirklichen Leben.
Norbert lässt sich nicht blicken, obwohl es was zu essen gibt. Fotografiert er etwa schon irgendwo da draußen?
Da ist er ja, was mach ma heute?
Die Kaiservilla!
Davor noch das Fotomuseum: beeindruckend. Sissys Marmorschlößl im Kaiserpark. Dreiunddreißig mal hat sie in Ischl genächtigt und alt wollte sie absolut nicht werden.
Auf Korfu hat es ihr besser gefallen.
Jetzt durch den tief verschneiten Kaiserpark zur Kaiservilla. Zunächst ein Ticketmissverständnis, dann können wir aber doch noch an der Führung teilnehmen.
Große Gruppe, resche Führerin, interessantes über Kaisers.
Er war ein Jäger und was für einer! Tausende Tiere hat er im Laufe seines langen Lebens abgeschossen, schon zeitig in der Früh (angeblich um vier) ist er (täglich?) auf die Pirsch gegangen, und gegen Ende seines Lebens hat man ihn in den Wald getragen und hat ihm seine Opfer vor die Flinte getrieben. Des Kaisers beige  Filzmelone – ungewöhnlicher Bestandteil des kaiserlichen Jagdoutfits – ist in einer Glasvitrine zu bewundern.
Hunderte  Jagdtrophäen, Krickerl und ausgestopfte Tiere in den Stiegenhäusern der Kaiservilla geben Zeugnis vom schier unbändigen kaiserlichen Jagdtrieb.

So, genug Kaisers, genug Ischl, ich will heim.

 

Heimfahrt:
Der Zug hat Verspätung.
Ein paar ältere Damen aus Wien wollen auch heim.
Vorbei an Ebensee, trostlos.
Ruhige Fahrt, ab Gmunden wird die Landschaft wieder grün.
Ein gutes Gefühl.

 

Sonntag, 28. Oktober 2007 - Ischlreflexion
Norbert ist ratlos.
Ich schildere meine Ideen.
Die Krickerl, die Wände, ….  
Wir kreisen um des Kaisers Bart ….

 

Trophäen!

Das Krickerlthema ist wohl schon etwas überstrapaziert, ein behutsames Heranpirschen an das Phänomen Ischl scheint unabdingbar!
Sind die Filzhüte und Lodenmäntel nur Tarnung? Wenn ja, wer oder was verbirgt sich dahinter? Ist das Ischlklischee nicht auch Nährboden für Neues, Schräges, Anderes? Tun sich da womöglich neue Welten auf?
Ich möchte mich nicht zu sehr von der filzigen Oberfläche ablenken lassen, sondern meine subjektiven Expeditionseindrücke reflektieren und interpretieren. Ganz ohne Filzhut, Gamsbart und Lodenmantel werde ich dabei nicht auskommen und auch Kaiserliches wird wohl in die keramische Büsten einfließen und sich, vermischt mit meinen Erfahrungen mit real existierenden Personen zu einer Ischler Trophäensammlung verdichten, die nicht nur den IschlerInnen ironische Reflektionsmöglichkeiten bietet. 

Norbert besucht reale Ischler und Ischlerinnen und macht sich auf die fotografische Suche nach deren persönlichen Trophäen. Dazu braucht er Zeit, die er ja eigentlich nicht hat. Damit er sie bekommt, haben wir (dem flexiblen Galeristen sei Dank) den Vernissagentermin auf Samstag, den 2.2.08 verschoben.

Wir nähern uns also einem gemeinsam erarbeiteten Thema aus sehr unterschiedlichen Richtungen an. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt.

Linz, am 11.11.07

 

Was dann geschah:
Ein Versuch, die nachfolgenden Ereignisse in Worte zu fassen

 

November 2007 – Umsetzung
Zurück in die Werkstatt.
Ischlimpressionen in Ton fassen, zu Trophäen veredeln.
Schwierig!
Wie? Was? Warum den und nicht das?
Gegendert gehört die Sache auch!

Die Entwicklung schleppt sich in den Dezember hinein.

Norbert scheint verschollen.
Aber: Die Ischlgruppe wächst, verdichtet sich zu zehn Charakterköpfen
und einem Hund.
Draußen weihnachtet es schon sehr, drinnen in der Werkstatt trocknen die Ischler vor sich hin.
Da taucht Norbert wieder auf.

 

Samstag, 22. Dezember – Besprechung
Er war in Ischl, etliche Male, besuchte diverse Einheimische, durfte deren Trophäen ablichten. Erstaunlich vertraute Einblicke in kleine fremde Welten.

Ich backe Ischlertörtchen.
Die Ähnlichkeit mit den Linzeraugen sei frappant, wird behauptet.

Die Ischlgruppe ist gebrannt und harrt nun ihrer Bemalung.

Dann ist Weihnachten.

 

Donnerstag, 27. Dezember
Telefonat mit Helmut:
Jetzt wird’s langsam ernst!
Die Zeit verrinnt und das neue Jahr ist auch bald da und überhaupt, die Zeit,
man hat sie auch im Salzkammergut nicht.

Die Einladung möchte Norbert machen. Das finde ich gut.
Helmut findet das auch gut. Er braucht eine pdf Datei für die Druckerei.
Was noch? Einen Text für die Presseaussendung – sonst eigentlich nichts. Gestaltungsspielraum!

Helmut verreist.
Norbert auch, vielleicht.
Ich bleibe im Land, sicher.

 

Sonntag, 30. Dezember – Fototermin
Norbert kränkelt.
Trotzdem: Die Fotos für die Einladung müssen ehestens gemacht werden! Besprechung am besten gleich morgen!
Die Zeit drängt!

Das alte Jahr vergeht.

Norbert bleibt im Land und rührt sich nicht.
Was ist da los?
Was hat er denn??
Krank ist er!

Neujahr

Herta, die Frau mit dem grünen Hut, wird die Einladung zieren.
Zugegeben, anfangs konnte ich sie nicht recht leiden.
Doch dann, mit der Zeit, hab ich sie richtig lieb gewonnen.
Sie wirkt so strikt, entscheidungsstark und wohltuend klar strukturiert!
Und doch irgendwie männlich.

 

Freitag, 4. Jänner 2008 – Besprechung
Welches Bild nimmt Norbert?
Schwierige Entscheidungsfindung.
Diese reiche Auswahl an Fotos und alle gut!

 

Montag, 7. Jänner
Eine Entscheidung ist gefallen.
Norbert schickt den Entwurf an Helmut.

Helmut antwortet Norbert:
Nein, so geht das nicht!
Kuvertieren, falten, lackieren - unmöglich!
Alles viel zu teuer!
Wünsche, wie wir sie haben – wirklich gut, aber unerfüllbar, leider!
 
Dienstag, 8. Jänner.
Norbert ist sauer, sehr sogar.
Dann eben nicht Ischl!
Linz, denn das Gute liegt so nah, findet er.
Das Reagieren sei jetzt meine Angelegenheit.
Ich sei schließlich nach Ischl eingeladen worden!
Das kann ich nicht wirklich abstreiten.

War´s das jetzt?

Telefonat mit Helmut:
Die Geldnot geht um!
Selbst Galeriesponsoren nagen quasi am Hungertuch!
Wenn man da nicht immer wieder in die eigene Tasche greifen würde!
Und das Zeitproblem!
Ein Jammer.
Und dann noch wir, mit unseren Wünschen!
Die Einladung sei die Identität der Galerie!
Das Kleinformat kenne man eben!

Ich versuche zu verstehen.
Schwierig!
Da taucht doch noch ein Hoffnungsschimmer am Horizont auf - der Bürgermeister!

 

Donnerstag, 10. Jänner
Ein paar Kostenvoranschläge und Telefonate später:
Hat sich die Ischler Finanzlage wieder stabilisiert??
Mit einem Hinweis auf die Erbarmungslosigkeit der Zeit und die Langsamkeit der Post werden wir zum Handeln aufgefordert.
Also gut!
Jetzt nur noch den Einladungstext festlegen,
die Sache mit dem Redner klären, …
 Womöglich will der auch Kohle sehen?

Reger Mailverkehr.
Missverständnisse kommen, gehen, manche bleiben.

 

Freitag, 11. Jänner,
Herr B. tritt auf den Plan.
Noch eine Einladung muss auf unsere Einladung, meint er!
Das ist neu.
Bei Norbert werden Unmut und Zeitproblem wieder akut.

Warum tue ich mir das an?

Telefonat mit Helmut:
Ja, da ist noch eine Galerie, eine kleine, im ersten Stock.
„Im anderen Licht“ heißt sie.
Einheimischen Künstlern ist sie vorbehalten.
Diese locken andere Einheimische ins Haus.
IschlerInnen sind gern unter sich.
Wen der/die Ischler/in nicht kennt, besucht er/sie nicht, ist die Theorie.
Sind sie einmal in die Musikschule gelockt, gibt es kein Entrinnen mehr!
Um ins „andere Licht“ zu gelangen, muss das Rytmogram betreten bzw. durchquert werden! Die räumliche Situation lässt keinen Ausweg offen.
Augen zu und durch ist problematisch, denn etliche mächtige Säulen stehen im Weg. Ein Blick auf Fremdkunst ist also kaum zu vermeiden.

Kein Ischler, keine Ischlerin würde je unsere Ausstellung besuchen, würde das „andere Licht“ mit dem einheimischen Lockkünstler nicht auch für uns leuchten!

Trotzdem sollen unsere Einladungen endlich gedruckt werden.
Für die Einladung in der Einladung wird man schon eine Lösung finden.
Man ist ja flexibel in Ischl!

Ich bin etwas erleichtert und vorsichtig optimistisch.

 

Samstag, 12. Jänner
Die Vorsicht war angebracht.
Auch das Hängen könnte zum Problem werden!
Auf Grund der leidigen Terminverschiebung ist Helmut in arge zeitliche Turbulenzen  geraten und kann am Freitag unmöglich beim Hängen dabei sein!
Muss er auch nicht, finden wir.

 

Montag, 14. Jänner
Es wird gedruckt!

 

Dienstag, 15. Jänner
Die Einladungen sind fertig, endlich!
Gleich unter die Leute damit.
Bei genauerer Begutachtung eine Entdeckung:
Auf dem Frauenbildnis, links oben, prangt ein seltsamer Fleck!
Wasser? Fett? Einbildung?
Nein, ein Druckfehler, auf sämtlichen Einladungen.
Herta wurde angepatzt.
Daran ist nichts mehr zu ändern.